Aus den Anfängen

Es ist überliefert, dass im Sommer des Jahres 1909 Musikanten um Johann Georg Huber und dessen 17-jährigen Sohn Paul offiziell eine 4-Mann-Kapelle gründeten. 
Dieses Jahr 1909 muss deshalb als Beginn organisierter Blasmusik in Kirchbierlingen gesehen werden. Von da an trafen sich die vier Musikanten Georg Huber (Bass), Sohn Paul (Tenorhorn), Küfermeister Anton Geiger (Trompete) und Postbote Jakob Kramer (Flügelhorn) zum regelmäßigen Üben. Kaum hatte sich die kleine Bläsergruppe etabliert und um einige Musikanten vergrößert, da wurde die Entwicklung durch den I. Weltkrieg unterbunden. Nach Ende des Krieges begann ein eifriger Neuaufbau unter dem Taktstock von Paul Huber. Inzwischen war die Kapelle auf stattliche 18 Mann gewachsen. Am 24. Februar 1924 wurde schließlich der "Musikverein Kirchbierlingen" offiziell gegründet. Dem Kapellmeister Paul Huber lag viel daran, nicht nur zielstrebig zu proben, sondern die musikalischen Leistungen bei Wertungsspielen beurteilen zu lassen. 1925 bis 1939 beteiligte sich der Verein nicht weniger als 13 mal mit großen Erfolgen an Wertungsspielen. Als 1939 der II. Weltkrieg ausbrach, kam das Musizieren nach und nach zum Erliegen.

 

1947 - Ein neuer Anfang

Wieder war es Paul Huber, der mit seinem Engagement den musikalischen Wagen ins Rollen brachte. Schon 1946 wurden die ersten Proben gehalten, aber erst im März 1947 genehmigte die französische Besatzungsregieung die Fortführung des Vereins. Das gute Alte bewahren, Versäumtes nachholen und sich an Neuem orientieren, so die Devise beim Start in einen neue Zeit. Rasch konnte man anknüpfen an frühere Erfolge und kontinuierlich steigern bis zum heutigen Tag. Heute zählt die Musikkapelle Kirchbierlingen insgesamt 76 Musikerinnen und Musiker und hat sich fest in der Oberstufe etabliert.

 

Jugendarbeit

Schon frühzeitig erkannte man in Kirchbierlingen die Notwendigkeit einer ständigen Heranbildung junger Musikanten. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg bemühte sich Andreas Huber, ein Sohn des Dirigenten Paul Huber, um die Ausbildung musikbegabter Jungen und Mädchen. Nach ihm übernahm sein jüngerer Bruder Georg diese Aufgabe. Als Senior Paul Huber 1960 den Taktstock der Kapelle an seinen Sohn Andreas weitergab, galt von da an seine ganze Energie der Ausbildung junger Musikfreunde. Insgesamt 10 mal hat "Opa Huber" ganz von vorne mit Neulingen angefangen. Ab 1977 begann der Verein die systematische Jugendausbildung nach rationeller Methode. Man arbeitete in Registergruppen und verdichtete so die Schulungsarbeit. Diese erfolgreiche Methode wurde bis in die Gegenwart beibehalten, wobei jedoch noch eine musikalische Früherziehung in Form von Blockflötenuntericht vorgeschaltet wurde. Die vielen Erfolge der Jugendkapelle unter ihrem derzeitigen musikalischen Leiter Frank Auchter bestätigen den eingeschlagenen Weg.

 

Dirigenten aus einer Familie

Der Musikverein Kirchbierlingen kann in seiner 100-jährigen Zeit seines Bestehens wohl mit einer Einmaligkeit aufwarten, die ihresgleichen sucht: Die bisherigen Dirigenten des Vereins stammen in direkter Linie alle vom Gründer Paul Huber ab. Er selber leitete die Blaskapelle in der langen Zeit von 1909 bis 1960. Er gab den Taktstock an seinen Sohn Andreas Huber weiter, der die Musikkapelle bis 1969 führte. Sein jüngerer Bruder Georg stand der Oberstufenkapelle 25 Jahre, von 1969 bis 1994, vor. Danach übernahm sein Neffe Josef Huber, ein Enkel des Gründers Paul Huber, den Taktstock, den er bis 2009 in festen Händen hielt. Der Name "Huber" war also mit dem Begriff " Blasmusik" in Kirchbierlingen unzertrennlich verbunden.

 

Im Jahre 2009 übernahm der damalige Jugendleiter Frank Auchter die aktive Musikkapelle des Musikvereins Kirchbierlingen. Er leitet die Musikantinnen und Musikanten erfolgreich weiter. Den großen Verein, mit über 500 Mitgliedern, leitet der I. Vorsitzende Reinhold Schick. Die über 130 Musikanten kommen aus der gesamten "Pfarrei", zu der die Ortschaften Volkersheim, Sontheim, Weisel, Bockighofen, Schaiblishausen, Altbierlingen, Berg, Herbertshofen, Dintenhofen und Kirchbierlingen gehören. Heute zählt die Musikkapelle über 70 Musikerinnen und Musiker und hat sich fest in der Oberstufe etabliert. 1994 bezogen die Kirchbierlinger Musikanten das in Eigenleistung errichtete Musikerheim, in welchem zu den verschiedensten Anlässen geprobt wird.

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